«Ich trage gern Verantwortung und brauche neue Herausforderungen»

Rina Schifferle sorgte für die fristgerechte Sanierung des Alenia-Standorts an der Bahnhofstrasse 43. Im Interview gibt die 34-jährige Bauleiterin der Batimo AG Einblicke in ihren abwechslungsreichen Beruf und zeigt die Vorteile der renovierten Wohnungen auf.

Frau Schifferle, als Bauleiterin sind Sie das «Superhirn» des Bauprojekts. Sie stimmen sich mit den Unternehmern ab, koordinieren die Arbeiten auf den Baustellen, tragen die Verantwortung für die termingetreue Fertigstellung und sind Ansprechperson für die Projektleitung. Was hat Sie dazu bewogen, diesen Beruf zu ergreifen?
Zu meinem Beruf fand ich über Umwege. Ursprünglich schloss ich eine Lehre als Hochbauzeichnerin ab, merkte jedoch bereits während der Ausbildung, dass mir das Zeichnen von Plänen nicht genügte. Zunächst absolvierte ich einige Baustellenpraktika, danach schlug ich eine militärische Kaderlaufbahn ein und war zeitweilig als Grenzwächterin tätig. In dieser Zeit entwickelte ich meine Führungsqualitäten, doch es zog mich zurück ins Bauwesen. Ich fand den Einstieg in den Beruf der Bauleiterin, dem ich seit nunmehr sieben Jahren treu geblieben bin.

Bei meiner ersten Stelle leitete ich während dreier Jahre Bauprojekte im Raum Reinach (AG). Seit 2017 arbeite ich als Bauleiterin bei der Batimo AG. Um mir neben dem praktischen auch das aktuelle theoretische Wissen anzueignen, besuchte ich berufsbegleitend den Studiengang Bauplanung Architektur an der Schweizerischen Bauschule Aarau SBA in Unterentfelden. An meinem Beruf gefällt mir besonders, dass ich fachlich wie persönlich gefordert werde und stetig Neues lerne. Es erfüllt mich, zu sehen, wie sich ein Projekt entwickelt und zum Beispiel ein altes Haus wieder in neuem Glanz erstrahlt. Gerade diese Herausforderungen machen den Beruf so spannend und abwechslungsreich.

Neben den fachlichen Kompetenzen; welche Charakterstärken muss ein/e
Bauleiter/in besitzen?

Für diesen Beruf benötigt es viel Herzblut. Man investiert in jedes Projekt viel Energie, Geduld und Ausdauer: Während der Baurealisierung kann es Phasen geben, in denen die Energie oder die Motivation bei den Beteiligten nachlässt. Als Bauleiterin muss ich sie motivieren, damit sie mitziehen und «dranbleiben». Es gehört auch dazu, neugierig zu sein und Entscheide zu hinterfragen. Oftmals erfahre ich die relevantesten Projektinformationen dadurch, dass ich direkt bei den Arbeitern Dinge anspreche und nachfrage. Die Wünsche der Bauherrschaft stehen klar im Vordergrund, sie sind unser gemeinsames Ziel und haben bei sämtlichen Entscheiden Priorität. Es ist meine Aufgabe, realistische Lösungen aufzuzeigen und unnötige Kosten, Mehraufwand und Verzögerungen zu vermeiden. Im Umgang mit den Bauunternehmern muss ich die Standpunkte der Bauherrschaft vertreten und durchsetzen.

«Für den Bauleiterberuf benötigt man viel Herzblut.» – Rina Schifferle leitete die Sanierungsarbeiten der Bahnhofstrasse 43.

Für das Alenia stellten Sie sicher, dass die umfangreichen Sanierungsarbeiten
an der Bahnhofstrasse 43 planmässig abgeschlossen werden konnten. Was waren
die grössten Herausforderungen?

Entscheidend für den Erfolg war unsere flexible und kompetente Fachplanung, die sich auf nicht voraussehbare «Überraschungen» einstellte und passende Lösungen fand. Aufgrund der Hygiene- und Sicherheitsmassnahmen verzeichneten wir keine Covid-19-Fälle auf der Baustelle. Die Folgen der Pandemie spürten wir erst im Sommer 2021, weil es weltweit zu Produktions- und Lieferverzögerungen kam: Beispielsweise mussten Baumaterialien frühzeitig bezogen oder alternative Baustoffe organisiert werden, damit wir sie fristgerecht verbauen konnten. Die Unternehmer meldeten, dass Materialien trotz Reservation wegen Engpässen anderweitig vergeben wurden. Abgesehen von diesen Herausforderungen war die Sanierung eine interessante und erfüllende Aufgabe. Die Zusammenarbeit mit dem Alenia habe ich stets als sehr produktiv und bereichernd empfunden.

«Entscheidend für den Erfolg war unsere flexible und kompetente Fachplanung.»
Rina Schifferle, Bauleiterin batimo AG

Machen wir einen Vorher-nachher-Vergleich: Was konnten Sie durch die Sanierung
bei den 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen für die Bewohnenden nachhaltig verbessern?

Einen Mehrwert bieten vor allem die isolierenden und lärmschützenden Fenster und Wohnungstüren, die im ganzen Gebäude eingesetzt wurden. Die Bewohnenden dürfen sich in sämtlichen Wohnungen über eine moderne Küche und ein neues Bad freuen. Ausserdem wurden die Zimmerübergänge schwellenlos gestaltet, damit sich Personen im Rollstuhl oder Menschen, die einen Rollator nutzen, überall frei bewegen können. Die Wohnungen mit Dienstleistungen und dem hausinternen Spitex-Standort ermöglichen höchsten Lebenskomfort an zentraler Lage in Gümligen. Auch der Sicherheit wurde Rechnung getragen: Der Brandschutz wurde im gesamten Gebäude optimiert.

Baukennzahlen Bahnhofstrasse 43
– Über 3800 m2 Bodenplatten und Parkett verlegt
– 130 isolierende und lärmschützende Fenster montiert
– 2600 m2 Fassadenfläche neu beschichtet
– 100 Mulden Schutt verschiedenen Fassvolumens abtransportiert
– Etwa 10 km Kabel verlegt
– Oktober 2020 bis 31. August 2021: 960 Stunden Arbeitszeit der Bauleitung


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