Palliative Care im Alterszentrum Alenia

07.05.2019

«Jeder Tag ist ein gelebter Tag.»

Barbara Gäumann und Ursula Biaggi vom Alterszentrum Alenia sehen in der Palliative Care in der Langzeitpflege und in deren Finanzierung eine absolute Notwendigkeit – vor allem in Anbetracht der heutigen Lebensumstände und der zukünftigen demographischen Entwicklung. Mit ihrem Referat an der Fachtagung des Schweizer Berufsverbandes für Pflegefachpersonal (SBK) vom 28. März 2019 haben sie aufgezeigt, wie die Palliative Care im Pflegealltag gelebt werden kann.

Der Hörsaal Ettore Rossi im Kinderspital des Inselspitals Bern füllt sich zusehends mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Über 200 Personen besuchen die Veranstaltung. Die Moderatorin und Pflegewissenschaftlerin Dr. Elke Steudter und mehrere Referentinnen nehmen in den vorderen Reihen um das Rednerpult Platz. Auch Barbara Gäumann und Ursula Biaggi, diplomierte Pflegefachfrauen und Leiterin Bewohneraufnahme beziehungsweise Qualitätsbeauftragte im Alterszentrum Alenia, sind als Referentinnen zur heutigen Fachtagung eingeladen.

Nach dem Begrüssungskaffee steht neben unterschiedlichen Aspekten der Palliative Care erstmals auch eine politische Frage auf dem Programm: Was kann die Pflegeinitiative zur Lösung der Herausforderungen in der Umsetzung von Palliative Care beitragen? Dann treten Barbara Gäumann und Ursula Biaggi an das Rednerpult und die Thematik wird konkret: Sie referieren abwechslungsweise zur gelebten Palliativkultur im Alterszentrum Alenia. Mit Zahlen und Fakten, einfühlsamen Geschichten und emotionalen Bildern zeigen die Expertinnen den Zuhörerinnen und Zuhörern die Lebenswelt im Heim in Bezug auf die Palliative Care auf. «Alle Bewohnerinnen und Bewohner im Alterszentrum Alenia sind, mit wenigen Ausnahmen, in ihrer letzten Lebensphase», erklärt Barbara Gäumann. «Wir bieten ihnen einen Wohn- und Lebensort, der ihrem eigenen Daheim möglichst nahekommt und begleiten sie mit Abwechslung, Struktur, Pflege und Service durch den Alltag». Die Pflegefachpersonen erkennen Beschwerden und leiten Massnahmen zu deren Verbesserung ein. Dabei laute das oberste Credo stets: «Jeder Tag ist ein gelebter Tag.»

«Die fachliche und menschliche Begleitung von Bewohnerinnen und Bewohnern und ihren Angehörigen ist eine ständige Herausforderung», übernimmt Ursula Biaggi das Wort. «Mit regelmässigen Weiterbildungen befähigen wir unser Personal seit 10 Jahren für diese Aufgabe.» Die Haltung zu Palliative Care finde sich nicht nur im Leitbild des Alterszentrums Alenia, sondern auch in zahlreichen anderen Unterlagen. Aber das Wichtigste sei, die Haltung im Alltag zu leben. Dank der Zusammenarbeit mit in Palliative Care spezialisierten Betrieben könne das Alenia auch Menschen in komplexen Situationen betreuen.

Das Alterszentrum Alenia besitzt seit 2017 eine Zertifizierung in Palliative Care in der Langzeitpflege. Barbara Gäumann und Ursula Biaggi erzählen den Teilnehmenden wie sie die Auszeichnung erlangt haben und welche Stolpersteine sie dabei aus dem Weg räumen mussten. Und sie erklären, welchen Wert das Label heute für sie und ihren Betrieb hat. «Wir engagieren uns seither auch für andere Betriebe auf dem Weg zur Zertifizierung und stehen Ihnen am Ende des Referates und in der Pause für Fragen zur Verfügung», schliesst Barbara Gäumann. Es folgen Beifall, anerkennende Worte für ihre tägliche Arbeit und viele Fragen von interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern.